Dasselfliegen beim Pferd – kurz & knapp

09/K

Dasselfliegen sind keine Würmer, sondern gehören zu den Zweiflüglern. Besonders im Spätsommer und Herbst suchen die Weibchen Pferde auf, um ihre Eier abzulegen. Die kleinen Eier werden fest an die Haare geklebt und sind durch ihre gelbliche Farbe meist gut zu erkennen.

Wo sitzen die Eier?

Je nach Dasselfliegenart können die Eier an unterschiedlichen Körperstellen abgelegt werden. Besonders häufig findet man sie:

  • an den Vorderbeinen
  • an Schulter und Brust
  • an den Flanken
  • im Kopf- und Kehlbereich

Die Stellen sind so gewählt, dass das Pferd sie beim Belecken oder Beknabbern gut erreichen kann. Die Eier sitzen sehr fest am Haar und lassen sich meist nicht einfach mit der Hand abstreifen.

Dasselfliegen Pferd KV Unser Tipp

Wie gelangen die Larven in den Körper?

Wärme, Feuchtigkeit und die mechanische Reizung beim Belecken fördern das Schlüpfen der Larven. Beim Putzen mit dem Maul gelangen Eier und Larven in die Maulhöhle.

Dort halten sie sich zunächst einige Wochen auf und können sich in Zunge, Zahnfleisch und Schleimhaut einlagern. Anschließend werden sie mit dem Speichel abgeschluckt und gelangen über die Speiseröhre in den Magen.

Was passiert im Magen?

Im Magen heften sich die Larven mit ihren kräftigen Mundhaken an die Schleimhaut. Dort entwickeln sie sich über mehrere Monate weiter.

Am Ende ihrer Entwicklung lösen sie sich wieder von der Schleimhaut, werden mit dem Kot ausgeschieden und gelangen auf den Boden. Dort verpuppen sie sich. Nach einigen Wochen schlüpfen daraus die erwachsenen Dasselfliegen.

Kurz zusammengefasst:

Ei im Fell → Larve im Maul → Larve im Magen → Ausscheidung mit dem Kot → Verpuppung im Boden → ausgewachsene Dasselfliege

Macht jeder Befall krank?

Nicht unbedingt. Dasselfliegenlarven können im Magen vorkommen, ohne dass das Pferd sichtbare Beschwerden zeigt. Bei stärkerem Befall können die Larven jedoch die Schleimhäute reizen. Mögliche Anzeichen sind:

  • vermehrtes Speicheln
  • auffälliges Kauen
  • Probleme bei der Futteraufnahme
  • gereizte Schleimhäute im Maul
  • unspezifische Verdauungsbeschwerden
  • Unwohlsein

Im Magen können durch die Mundhaken kleine Verletzungen und lokale Entzündungen entstehen. Eher selten sind Darmstörungen mit kolikartigen Symptomen.

Wichtig: Schwere Komplikationen sind möglich, sie kommen aber nur selten vor.

Stress schon vor dem eigentlichen Befall

Auch die erwachsenen Dasselfliegen selbst können für Unruhe sorgen. Sie stechen nicht und saugen kein Blut, fliegen Pferde zur Eiablage aber immer wieder gezielt an. Manche Pferde reagieren darauf sehr empfindlich und zeigen:

  • Stampfen
  • Schlagen mit den Beinen
  • starkes Schweifschlagen
  • Nervosität
  • Fluchtverhalten

Gerade empfindliche Pferde können während der Dasselfliegenzeit deutlich gestresst sein.

Dasselfliegen Pfred KV Gut zu wissen

Warum reicht eine Kotprobe nicht aus?

Eine klassische Kotuntersuchung auf Wurmeier kann einen Befall mit Dasselfliegenlarven nicht zuverlässig erfassen. Die ausgewachsenen Fliegen leben außerhalb des Pferdes und legen ihre Eier auf dem Fell ab. Einen ersten Hinweis auf einen Befall liefern deshalb vor allem die sichtbaren gelben Eier.

Eier frühzeitig entfernen

Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen ist die regelmäßige Kontrolle des Fells. Die Eier können mit einem Dasselmesser oder einer Dasselklinge von den Haaren entfernt werden. Die entfernten Eier sollten aufgefangen und entsorgt werden.

Wichtig: Je früher die Eier entfernt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Pferd beim Belecken Larven aufnimmt.

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Pflanzliche Unterstützung in der Dasselfliegenzeit

Ausgewählte Pflanzen unterstützen die Verdauung und schützen empfindliche Schleimhäute. Getrockneter Meerrettich wird traditionell in der Dasselfliegenzeit eingesetzt, da er das Einnisten der Larven im Magen verhindern kann. Durch die Trocknung wird die Schärfe der frischen Wurzel deutlich abgemildert.

Bitterstoffreiche Kräuter wie Wermut regen die Bildung und Ausschüttung von Verdauungssäften an. Walnussblätter liefern Gerbstoffe, während Kamille und Salbei traditionell zur Pflege gereizter Schleimhäute eingesetzt werden.

Zusammengefasst: Regelmäßige Fellkontrolle, konsequentes Entfernen der Eier und eine gezielte Unterstützung des Verdauungstraktes helfen dabei, das Pferd gut durch die Dasselfliegenzeit zu begleiten.

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