Welches Futter für meinen Hund?

Vor- und Nachteile von Trockenfutter, Dosen und Barf

08/K

Das Angebot an Hundefutter ist riesig – von Trockenfutter über Dosen bis hin zu BARF. Doch welche Fütterung passt zu deinem Hund? Die Deklarationen sind oft schwer verständlich und verraten längst nicht immer, was tatsächlich im Napf landet. Wir stellen die gängigsten Fütterungsarten vor und zeigen ihre Vor- und Nachteile.

Futtervergleich Tafel Vor  und Nachteile
Futtervergleich Trockenfutter

Trockenfutter

Trockenfutter ist praktisch, lange haltbar und leicht zu portionieren. Ein Beutel lässt sich zudem leicht lagern und verursacht wenig Verpackungsmüll. Diesen Vorteilen stehen jedoch einige ernährungsphysiologische Nachteile gegenüber. Damit aus den einzelnen Bestandteilen stabile Kroketten entstehen, wird ein hoher Anteil stärkehaltiger Zutaten benötig. Die Bauchspeicheldrüse muss vermehrt das Enzym Amylase zur Verwertung von Kohlenhydraten bilden, so wird Stärke in Zucker umgewandelt. Da nützt es dann auch nichts, wenn „getreidefrei“ auf der Verpackung steht, denn Stärke in Form von Erbsen, Süßkartoffeln oder anderen Quellen ist auf jeden Fall enthalten. Auf dem Etikett müssen die Zutaten in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts angegeben werden. Manche Hersteller teilen stärkehaltige Zutaten jedoch auf verschiedene Bezeichnungen auf, etwa Kartoffeln, Kartoffelflocken und Kartoffelstärke. Dadurch rutschen diese Zutaten in der Liste nach hinten und der Fleischanteil wirkt auf den ersten Blick höher, als er tatsächlich ist.

Dieser hohe Anteil leicht verfügbarer Kohlenhydrate verändert die Nährstoffgrundlage für das Darmmikrobiom. Gerät dieses empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht, können Verdauungsprobleme und die Vermehrung unerwünschter Darmbewohner wie Giardien begünstigt werden. Auch Turmozellen (Krebs) nutzen Zucker als Hauptenergiequelle. Ein direkter Zusammenhang zwischen Trockenfutter und Krebs ist wissenschaftlich nicht belegt. Dennoch fragen sich viele Hundehalter, ob eine dauerhafte stärke- und hochverarbeitungsreiche Ernährung den Organismus langfristig belastet. Schließlich zeigen Studien, dass Tumorerkrankungen heute zu den häufigsten Todesursachen älterer Hunde gehören (*1). Vor diesem Hintergrund entscheiden sich viele bewusst für eine möglichst natürliche und stärkearme Fütterung.

Zusätzliche Minuspunkte beim Trockenfutter betreffen das Herstellungsverfahren. Durch die Extrusion und andere Verarbeitungsschritte gehen natürliche Inhaltsstoffe teilweise verloren oder verändern sich. Hinzu kommt, dass je nach Hersteller tierische Rohstoffe unterschiedlicher Qualität sowie Aroma-, Farb- oder Konservierungsstoffe eingesetzt werden können und längst nicht alle sind deklarationspflichtig, müssen also gar nicht auf der Verpackung stehen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob ein Hund Trockenfutter verdauen kann – das kann er. Viel wichtiger ist: Entspricht eine dauerhaft stärkereiche, hochverarbeitete Nahrung wirklich den natürlichen Bedürfnissen eines Beutegreifers?

Futtervergleich Konventionelle Dosen

Nassfutter (konventionelle Dosen)

Für die Nahrung aus der Dose oder dem Beutel entscheiden sich immer mehr Hundehalter. 2025 lag der Umsatz mit Feuchtfutter in Deutschland vor dem von Trockenfutter (*2). Umsatz bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Feuchtfutter auch die häufigste Fütterungsart ist: Von Trockenfutter werden aufgrund der geringeren Feuchtigkeit deutlich kleinere Mengen benötigt, außerdem ist es häufig günstiger. Viele Hunde erhalten auch eine Kombination aus Feucht- und Trockenfutter.

Die Vorteile von Nassfutter liegen auf der Hand: Dosen enthalten viel Feuchtigkeit und kommen damit der natürlichen Beute des Hundes deutlich näher als trockene Kroketten. Außerdem gibt es zahlreiche Rezepturen, die vollständig auf stärkehaltige Zutaten verzichten.

Das Problem bei den Dosen sind häufig die Dosen selbst, oder besser gesagt die Innenbeschichtung, wenn diese Bisphenol A (BPA) enthält. BPA ist ein chemischer Stoff, der zwar das Metall vor Korrosion schützt, aber auch als gesundheitlich bedenklich gilt. Er steht im Verdacht, die Fortpflanzung und den Hormonhaushalt zu beeinträchtigen, sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zu begünstigen. Mittlerweile ist der Einsatz von BPA in der EU für den Lebensmittelbereich verboten worden und die Übergangsfrist endet (weitestgehend) Mitte 2026 (*3). Aber Achtung, jetzt wird es interessant: In der EU Verordnung heißt es ausdrücklich, dass sich dieses nur auf Lebensmittel (Lebensmittelkontaktmaterialien) und nicht auf Futtermittel (Heimtierfutter) bezieht (*4). Hier gilt es also im Zweifelsfall beim Hersteller direkt nachzufragen. Kleiner Spoiler vorab: Die PerNaturam Dosen sind frei von BPA.

Was sonst noch in der Dose ist, kann sehr unterschiedlich ausfallen. Für Heimtierfutter dürfen sogenannte Materialien der Kategorie 3 verwendet werden (*5). Diese Kategorie umfasst ein breites Spektrum tierischer Nebenprodukte – von hochwertigen, für den menschlichen Verzehr geeigneten Teilen, die nicht als Lebensmittel genutzt werden, bis hin zu Materialien wie Schweineborsten, Federn, Häuten, Fellen, Plazenta, Hufabschnitten oder bestimmten Küchen- und Speiseabfällen.

Der Kauf einer Dose ist deshalb auch Vertrauenssache. Wer genau wissen möchte, welche tierischen Zutaten im Napf landen, sollte auf eine möglichst klare und nachvollziehbare Deklaration achten. Hinter den Begriffen Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse kann sich alles Mögliche verbergen, besser ist eine Aufzählung, die angibt was enthalten ist wie Fleisch, Herz, Pansen. Auch hier gilt wieder, was zuerst genannt wird, muss auch am meisten in der Dose sein. Noch näher an einer individuell zusammengestellten Fütterung sind Fleischdosen ohne künstliche Zusätze, die bedarfsgerecht ergänzt werden können.

Fleischdosen ohne Zusätze

Fleischdosen ohne Zusätze nehmen eine Sonderstellung ein. Sie enthalten in der Regel ausschließlich Fleisch und Innereien und verzichten auf Aroma-, Farb- oder Konservierungsstoffe sowie zugesetzte Mineralstoffmischungen.  

Ihr größter Vorteil ist gleichzeitig ihr einziger Nachteil: Sie sind kein Alleinfuttermittel, sondern ersetzen lediglich den Fleischanteil einer Ration. Alle weiteren Zutaten wie Gemüse, Öle und Mineralien bestimmt du selbst. Das erfordert zwar etwas mehr Wissen, bietet aber auch die Möglichkeit, die Fütterung genau auf den eigenen Hund abzustimmen. Und damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt:

Futtervergleich BARF

BARF, Fleischdosen oder selbst gekochtes

Keine andere Fütterung ist so individuell und artgerecht wie von dir selbst zubereitetes Futter. Dabei spielt es keine so große Rolle, ob es sich um rohes Fleisch (hat noch Lebendenzyme), gekochtes Fleisch (ist leichter verdaulich) oder Fleischdosen (sind einfach praktisch) handelt. Wichtiger ist vielmehr, dass du alle Komponenten der Fütterung selbst bestimmen und individuell auf deinen Vierbeiner abstimmen kannst. Das ist für jeden Hund ideal und gerade auch für allergische Hunde, Hunde mit Unverträglichkeiten und für Hunde im Wachstum oder mit besonderen gesundheitlichen Herausforderungen kannst du so ein ideales Futter zusammenstellen.

Neben einer Fleischquelle gehört ein Anteil Gemüse zu einer ausgewogenen Ration. Gemüse liefert wertvolle Vitalstoffe und unterstützt die Darmbakterien mit nötigen Ballaststoffen. Da Hunde pflanzliche Zellwände nur begrenzt aufschließen können, sollte es fein püriert, gekocht oder anderweitig aufgeschlossen werden. Wer sich die Vorbereitung erleichtern möchte, kann Gemüse-Pestos in Dosen oder getrocknetes Gemüse als Alternative nehmen. Frische oder getrocknete Kräuter ergänzen die Mahlzeit um wertvolle, sekundäre Pflanzenstoffe, die ansonsten aus dem Verdauungstrakt von Beutetieren aufgenommen würden.

Wildlebende Beutetiere weisen in der Regel ein deutlich günstigeres Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren auf als Fleisch aus der intensiven Nutztierhaltung. Ein Überschuss an Omega-6 kann allerdings entzündungsfördernd wirken. Deswegen ist es ratsam, ein Omega-3-Öl zu ergänzen. Leinöl enthält sehr viele Omega-3-Fettsäuren, wird aber leider sehr schnell ranzig, deswegen empfehlen wir ein Lachs- und ein Hanf-Öl flaschenweise abzuwechseln. Bitte bewahre die angebrochene Flasche im Kühlschrank auf, denn ranzige Öle sind leberschädigend.

Wer keine Knochen füttert oder diese bewusst vermeiden möchte, muss den Calciumbedarf anderweitig decken. Hier sind besonders Fleischknochenmehle gut verträglich. Mit einer mineralstoffreichen Mischung wie unserem Komplement Basis oder Komplement sensitiv rundest du die Fütterung ab. So einfach kann artgerechte Fütterung sein.  

Der einzig wirkliche Nachteil: Eine selbst zusammengestellte Ration verlangt deutlich mehr Wissen als ein Fertigfutter. Denn nur eine ausgewogene Zusammenstellung versorgt den Hund langfristig mit allen wichtigen Nährstoffen. Du bist dir unsicher, ob dein Hund optimal versorgt ist? Unser Beraterteam unterstützt dich gerne kostenlos und unverbindlich – egal ob du barfst, kochst oder Fleischdosen fütterst.

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